Dresscode an der Uni – Klischees von Studenten und ihren Studiengängen

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Jeder von uns hat mindestens ein Studenten-Klischee schon mal gehört. Sei es über Lehramtsstudenten, die Mandalas malen oder 1000 männliche Studenten im Fach Maschinenbau, die nur eine Frau im Hörsaal haben. Studenten und ihre Fächer werden oft stereotypisiert, so auch bei ihrer Kleidung: „Zeig mir, was du trägst und ich sag dir, was du studierst“ heißt es oft. Wir haben für euch die Klischees über Studenten und ihre Studiengänge rausgesucht, die sich die Jahre über entwickelt und verbreitet haben.

Dresscode

Wirtschaftswissenschaftler – schick im Anzug

Ganz dem Klischee vom seriösen Manager entsprechend, sind diese Studenten häufig im Anzug, schickem Hemd oder Poloshirt (oft mit hochgestelltem Kragen) mit schwarzer Hose anzutreffen. Zusätzlich gilt es allmorgendlich die Frisur mit ausreichend Gel in Schach zu halten. Die Mädels setzen auf Bluse und Blazer mit Rock oder Anzughose in gedeckten Farben und natürlich darf das obligatorische Marken-Handtäschchen nicht fehlen. Dazu ein Zopf, strenger Dutt oder perfekt gestylte glatte Haare – und das Outfit ist perfekt. An kalten Tagen trägt sowohl Männlein als auch Weiblein eine Steppjacke, am liebsten von britischen Luxus-Marken. Oft wird auch ein Strickpulli lässig um die Schultern gelegt. Der gesamte Kleidungsstil ist daher als ziemlich konservativ einzustufen.

Wirtschaftswissenschaftler

Juristen – die Studenten-Gruppe mit den meisten Klischees

Bei ihnen sieht es ähnlich aus wie bei den Wirschaftswissenschaftlern: Jura-Studenten tragen in Vorlesung und Seminar stets Anzug oder Poloshirt (in Verbindung mit einer edlen Chino-Hose) mit eleganten Halbschuhen und in der Freizeit gern auch mal etwas „Lockereres“:  gebügeltes weißes Hemd, dunkle Jeans und auf Hochglanz polierte Stiefel. Auch hier sind gegelte Haare ganz wichtig. Was bei ihrem Outfit auf keinen Fall fehlen darf sind Smartphone, Aktenkoffer und iPad. Bei den Studentinnen sieht es ähnlich aus und sie erscheinen im Kostüm mit farblich abgestimmter Handtasche, getragen am abgewinkelten Ellbogen, und schwindelerregend hohen Pumps an der Uni. Der Einsatz von Schmuck bleibt eher dezent, wobei Perlen, natürlich echte, besonders beliebt sind. Viele von uns haben beim Juristen bestimmt das Bild vom reichen und adretten Justus-Aurelius im Kopf.

Jura

Architektur und Design – immer ausgefallen gekleidet

Hier sind Menschen, die sich über ihr eigenes Erscheinungsbild mindestens genauso viele Gedanken machen wie über die Ästhetik der Dinge, die sie entwerfen. Es regieren ausgefallene Marken angesagter, junger Designer, die keiner kennt, klare Frisuren vom Undercut bei den Männern bis zum Dutt bei den Frauen und – natürlich – Hornbrillen. Die neuesten Entwürfe schlummern in einem Mac, der wiederum in einem Jutebeutel durch die Gegend getragen wird und der Coffee-to-go-Becher ist immer griffbereit. Sie versuchen sich auszudrücken und sich mit ihren Kreationen von der Menge abzuheben – sei es bei der Projektarbeit oder beim Kleidungsstil. Farben, Muster und Materialien müssen ein Gesamtkonzept ergeben. Auch Vintage oder Retro-Sachen gehören für sie in den Kleiderschrank und es muss immer ausgefallenes It-Piece dabei sein (z.B. Hut, Schmuck oder Schal).

Archiektur_Design

Informatik – Fachbereich der Nerds

In allen Klischees bezüglich Informatik gelten dessen Studenten als die klassischen Nerds. Ihr typisches Outfit ist Jeans und T-Shirt mit einem coolen Insider-Spruch oder einem Print von ihrem Lieblingsspiel/-serie (evtl. darüber noch ein kariertes Hemd, das sie aufgeknöpft lassen). Auch Bandshirts werden gerne getragen. Sie sehen die Sache mit der Mode auch eher pragmatisch und shoppen gehört definitiv nicht zu ihren Hobbys. Deshalb kaufen sie ihre Sachen gerne online. Shoppen muss unkompliziert und schnell gehen. Die meiste Zeit verbringen sie vor ihrem heißgeliebten Computer, weshalb ihre Kleidung praktisch und gemütlich sein muss. Ihre Begleiter sind Laptop, Smartphone, Apple Watch, mehrere Kabel, Adapter und was man sonst noch braucht, um für IT-Dinge bestens ausgerüstet zu sein. Sie tragen meist eine Brille, die seit einiger Zeit auch etwas größer ausfallen darf.

informatik

Maschinenbau und Ingenieurswesen – typische Männerdomäne

„Karohemd und keine Frau – Ich studier Maschinenbau“ – was die Hipster unter den Maschinenbauern wahrscheinlich als Spruch auf einem T-Shirt tragen würden, tragen die Maschinenbauer unter den Maschinenbauern als Bürde. Und was haben sie an? Unauffällige Hosen, unauffällige Schuhe, vielleicht auch mal ein Karohemd – in jedem Fall muss es praktisch sein. Hierzu eignet sich auch hervorragend Arbeitskleidung von der im Studiengang beliebten Marke Engelbert Strauss. Und die Frauen? Die tragen das gleiche – und niemals Make-Up.

Maschinenbau und IngenieurswesenMaschinenbau und Ingenieurswesen

Theologiestudenten – die grauen Mäuse

Laut Klischee findet man unter Theologen wohl eher keine Styling Queen, sondern eher Träger labbriger Pullover, ausgewaschener Cordhosen und karierter Hemden. Farblich wird sich vorwiegend an Erdtönen orientiert. Neben einer Umhängetasche braucht es beim 08/15-Studenten dieses Fachbereichs lediglich noch die Hornbrille und bei den Mädels einen schnell zusammengesteckten Dutt.

Theologie

Soziales und Pädagogik – Vorurteile über Vorurteile

Ehemalige Waldorfschüler wollen den Weltfrieden und haben daher wenig Zeit, sich mit Mode zu beschäftigen. Deshalb gilt: Die Kleidung muss lässig, weit und flattrig sein und am besten Fair-Trade! Da eignen sich bunte „Aladin-Hosen“ aus Baumwolle natürlich am besten. Die Füße werden mit Birkenstocksandalen bekleidet. Studenten dieser Spezies haben alle lange Haare – egal ob Jungs oder Mädels – , gerne auch geflochten oder als Rastamähne getragen. Am Arm hängen bunte Armbänder oder eine Menge Festivalbändchen, die ihre stolzen Träger schon seit Jahren an das vergangene Rockkonzert oder Indie-Pop-Festival erinnern. Für den Transport von Büchern und sonstigem Hab und Gut dient ein praktischer Rucksack oder bunter Stoffbeutel.

Soziales und Pädagogik

Kulturwissenschaftler – Verrückte Klamotten

Hier gibt es viele Parallelen zu den Sozis und Pädagogikern: Der Studiengang ist Programm und zwar bei Männlein wie Weiblein. Es heißt bunt-bunter-am buntesten – Kulturwissenschafts-Studenten. Farbenfrohe Klamotten mit möglichst vielfältigen Mustern, weite Hosen und Röcke und die guten alten Römersandalen oder Chucks gehören in jeden anständigen KuWi-Schrank. An Accessoires brauchen die Studenten lediglich einen hübschen Jutebeutel, die Mädels peppen das modische Gesamtkunstwerk noch mit Tüchern, großen Ketten, Ohrringen und Armreifen auf. Ihre Kleidung muss nicht besonders schick sein, sie wollen sich darin auch auf die Wiese im Park setzen und entspannen können.

Kulturwissenschaftler

Sportwissenschaften – kein ernstzunehmendes Studium

Weite Jogginghosen, Muskelshirt, die neuesten aerodynamischen Treter von Nike oder Adidas mitsamt passendem Rucksack oder Sporttasche – mehr braucht der typische Sportler nicht zum Glücklichsein. Der Look eignet sich nicht nur für den Praxisteil des Studiums, sondern auch ausgezeichnet für alle anderen Anlässe des Alltags: Sei es beim Besuch von Seminaren und Vorlesungen, Aufenthalte in der Bibliothek oder Auftritte bei Partys. Frisurentechnisch halten es die Herren vorwiegend kurz und auch bei den Studentinnen sieht man entweder kurze oder mit Haarbändern gebändigte und zum Pferdeschwanz zusammengebundene Haare. Angesagtestes Accessoire und vermutlich ewiger Dauerbrenner: Schweißbänder.

Sportwissenschaftler

 

Hier noch ein lustiges Video, was viele Klischees über Studenten und ihre Fächer nochmal aufgreift:

So sieht die Realität aus:

Tatsächlich ist es so, dass die Klischees auf viele Studenten der jeweiligen Fachbereiche zutreffen. Die Stereotypen kommen also nicht von ungefähr. Einige Soziologen sind der Meinung, dass die Menschen unbewusst ein Studienfach wählen, welches generell zum eigenen Persönlichkeit passt. So kommt es dann auch, dass styletechnisch so viele Gleichgesinnte in den Seminaren sitzen. Dennoch gibt es natürlich auch aus der Reihe tanzende „Paradiesvögel“: Michael Kors Handtaschentragende Germanistinnen, BWL-er Fans folkloristischer Muster oder Medizinstudenten im Emo-Look.

Klischees_Kleider_Studenten

Fazit:

Klischees können sich bewahrheiten, müssen es aber nicht. Denn so gerne wir uns auch daran festhalten, müssen wir realistisch bleiben: Jeder Mensch trägt, was ihm gefällt! Schließlich ist Mode ein Ausdruck von Individualität und kein für jeden Studiengang festgeschriebenes Gesetz. Es gibt also nicht DEN typischen Studenten. Der Unialltag wäre ja total langweilig, wenn alle gleich aussehen. Außerdem ist es doch spannend mal nicht direkt zu wissen, was euer Gegenüber studiert. Am besten ist es, über die Klischees und Vorurteile zu lachen und zu der Person zu stehen, die man ist. 😉

Zu sich selbst stehen und Lachen

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